Alan: Auf ein Wort

Ich bin’s Alan Hunter Brolin. Kommt euch bekannt vor? Gut möglich. Zumindest, wenn ihr die Reihe „Sehnsucht nach …“ gelesen habt. Dort spiele ich eine nicht unwichtige Rolle. Aber darum geht es hier nicht. „Alan, ein Rebell sucht seinen Weg“ ist meine Geschichte. Ein abgeschlossener, eigenständiger Roman. Maximal könnte man ihn als Prequel zur Reihe betrachten. Muss man nicht zwangsläufig. Ich wuchs in den Hamptons auf, dort wo andere Menschen Urlaub machen oder das Wochenende verbringen. Mein Vater war CEO eines Immobilienimperiums und sah in mir mehr den Erben als den Sohn. Selbst später im Erwachsenenalter wusste ich nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Aber eines war schon in der Pubertät klar: Ich werde niemals die Firma übernehmen. Und so begann ich, zu rebellieren. Er konnte mich brechen und versuchen, mich anschließend nach seinen Vorstellungen wieder zusammenzusetzen. Aber ich wollte es unter keinen Umständen zulassen, dass er an Ende gewinnt. Interessiert euch, zu was ich bereit war, um niemals wie Sir – also mein Vater – zu werden, dann lest dieses Buch.     Schipselzeit! Zwei Wochen bevor ich in Yale aufzuschlagen hätte, ruft mich Sir ins Allerheiligste. Ich habe das bereits erwartet. Jeden Tag damit gerechnet. Bin dementsprechend vorbereitet.Ich lausche seinem Vortrag über die Eliteuni und die Firma und seine Vorstellungen von meinem Leben eher halbherzig bis gar nicht. Dass sich seine Miene immer weiter verdüstert, liegt wohl daran, dass er von meinem gelangweilten Gesichtsausdruck abliest, wie wenig mich seine Pläne interessieren. Als er zu guter Letzt verstummt, atme ich tief durch.»An meiner Meinung hat sich nichts geändert. Ich werde nicht nach Yale gehen und niemals bei Brolin Real Estate einsteigen.«Ich sehe, wie es in ihm brodelt und er mir am liebsten das Wort abschneiden möchte. Eine Handbewegung meinerseits vermittelt, dass ich noch nicht fertig bin. Langsam stehe ich auf, greife in meine Hosentasche und ziehe eine kleine Karte hervor.»Ich werde als Boxer Karriere machen.« Mit diesen Worten werfe ich den Mitgliedsausweis von Ned’s Fight Club vor Sir auf den Schreibtisch. Eine komplette Woche der Sommerferien hat es mich gekostet, den wirklich zwielichtigsten Boxclub in ganz New York zu finden.Sirs wutverzerrtes Gesicht bestätigt, dass ich diesbezüglich einen hervorragenden Job geleistet habe.»Das wird nicht passieren!«, poltert er.»Und ob. Du wirst mich nicht davon abhalten.« Ich lasse mich von seiner Lautstärke anstecken.»Mäßige deinen Ton!«»Ja, Sir. Aber ich werde trotzdem Boxer.«»Das werden wir noch sehen.«»Werden wir.« Ich drehe mich um, will das Herrenzimmer verlassen.»Alan Hunter Brolin!«Ich stoppe und schaue über meine Schulter zu ihm.»Das hier ist also dein Ernst?«»Absolut.«»Meinetwegen geh. Aber dann stehst du allein da.«»Kein Problem.«Sir nickt abschätzig in Richtung Ausweis. »Nimm das hier mit.« Langsam und beherrscht gehe ich zurück zum Schreibtisch, schnappe mir das Kärtchen und verlasse den Raum, ohne mich noch einmal umzublicken. Für diese Nacht miete ich mir ein Hotelzimmer. Nichts Teures. Einfache Mittelklasse. Nur, um in einem echten Bett zu liegen. Entweder ist es die Einstimmung auf bessere Zeiten oder für lange Jahre meine letzte Gelegenheit, in einem Bett zu nächtigen.Um ein wenig runterzukommen, habe ich mir sogar billigen Whisky besorgt. Ich lasse mir die Flüssigkeit ohne den Umweg über ein Glas in den Hals laufen. Das Zeug schüttelt mich und ich stelle die Flasche beiseite. Lösche das Licht.Ich schlafe verdammt schlecht obwohl oder gerade, weil es wichtig ist, am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein. Immer wieder wache ich auf. Leide unter Albträumen. Grübele, ob es nicht einen anderen Weg gibt. Ob es nicht genügt, weniger drastisch vorzugehen. Seit ich ein Gespräch belauscht habe, weiß ich, dass ein Menschenleben gefordert ist, um Teil der Familie zu werden. Im Umkehrschluss gehe ich davon aus, dass nichts Geringeres als das den Ausstieg ermöglicht.Die Aussicht, mein Gewissen derart zu belasten, ist mir zuwider. Das bin ich nicht und will so nicht sein. Bereue in dieser Nacht nicht zum ersten Mal, mich auf Vito eingelassen zu haben. Das war leichtfertig, sicher hätte sich eine andere Möglichkeit ergeben, von der Straße wegzukommen.Oder auch nicht. Diese Überlegungen verändern nichts mehr. Klar ist inzwischen, wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich früher oder später.Schon ein Leben habe ich zerstört. Genau genommen war es Sir, aber ich mache mir nichts vor, meine Entscheidung hat dazu geführt.Was wenn Vito das Geschenk nicht akzeptiert? Lässt er mich nicht gehen, stirbt ein Unschuldiger umsonst. Verdammt, ich habe das Gefühl, dass egal in welche Richtung ich mich drehe, dort eine undurchdringliche Mauer wartet. Ich stehe unbeholfen in ihrem Zimmer und mein Blick huscht über die Bilder und Skizzen.»Na dann wollen wir mal«, sagt sie.Ich warte auf ihre Anweisungen, doch sie sieht mich nur an. Obgleich das Schweigen zwischen uns nicht unangenehm ist, würde ich es gern beenden.Nora kommt mir zuvor. »Zieh dich aus.«»Was?«»Du hast viel zu viel an.«Nichts hätte ich lieber von ihr gehört, aber ich ahne, dass sie mit dieser Aufforderung nicht das im Sinne hat, was mir vorschwebt. Komischerweise habe ich bis zu diesem Moment keinen Gedanken daran verschwendet, wie genau sie sich das Modellstehen vorstellt.»Es wird ein Akt.«Ein Seufzen stiehlt sich über meine Lippen. Nicht dass ich schüchtern bin oder unter irgendwelchen Minderwertigkeitskomplexen leide, die es unangenehm machen, mich hüllenlos zu zeigen. Einzig diese nüchterne Atmosphäre, die ich so nicht kenne, führt zu einem Zögern.»Komm schon, ist für mich nichts Neues.«Ihr freches Grinsen provoziert und ich lege langsam meine Sachen ab, bis ich nur noch den Slip trage.»Den auch.« Sie nickt mir zu.Ein paar Sekunden später stehe ich nackt in dem kleinen Raum. Ihr unbefangener Blick bringt mich zum Schmunzeln. Nora weist auf das Sofa und ich lasse mich dort nieder. Ohne Berührungsängste fasst sie mich an und dirigiert mich, bis ich schließlich so daliege, wie sie es sich vorstellt.Dann beginnt sie zu malen und ich beobachte sie dabei.Wenn sie sich konzentriert, presst sie auf eine niedliche Art die Lippen aufeinander. Ihre rechte Wange hat etwas Farbe abbekommen und am Liebsten würde ich aufstehen, und ihr diese vorsichtig aus dem Gesicht wischen.Wie sie mich betrachtet, jede Einzelheit meines Körpers in sich aufzunehmen versucht, um sie anschließend auf die Leinwand zu

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Jason: Auf ein Wort

Hallo zusammen, dass ich auch direkt zu euch sprechen kann, berührt mich tief. Ehrlich. Ich bin Jason und bin der Protagonist in finalen Band der Reihe „Sehnsucht nach“. „Sehnsucht nach Anerkennung“ heißt mein Band und selbstverständlich geht es da nicht nur um mich. Auch die Protagonisten der vorhergegangenen Bände mischen kräftig mit. Mein Leben begann nicht gerade vielversprechend. Mom kümmerte sich mehr um ihre Kerle als um mich. Sie hatte es weder mit Ordnung noch mit Sauberkeit und wenn sie mal was kochte, verwechselte sie ständig Salz mit Zucker. Ist es da ein Wunder, dass ich mir eine Menge davon versprach, als ich erfuhr, dass mein Vater ein Rockstar ist? Aber das ist offensichtlich ewig her. Jetzt und hier hat er genauso wenig Bock auf mich wie ich auf ihn. Aber da ist Tom. Und Tom ist cool. Er wäre der passende Dad für mich und deshalb behaupte ich gern, dass er es ist. Ahne nicht, was ich damit auslöse. Das ganze Drama könnt ihr in meinem Buch live miterleben. Und Leute, drückt die Daumen, dass mein Geplapper nicht dazu führt, dass alles den Bach runtergeht. Schipselzeit! Ich fang am besten Mal am Anfang an und so folgen ein paar Schnipsel, die euch ein Bild davon vermitteln, wie ich  aufgewachsen bin. Erinnerte ich mich später an meine Kindheit, kam mir zu allererst die Badewanne in den Sinn, bei der es sich um eine eher kleine Ausführung handelte. Für mich reichte diese Wanne, während ein Erwachsener sicherlich Probleme hatte, sich komplett auszustrecken. Die Emaille war teilweise abgeplatzt und am Wannenboden fehlte sogar ein größeres Stück, um dessen Rand sich Rost gebildet hatte. Der bräunlichen Schmutzschicht, die sie überzog, schenkte ich nie irgendeine Beachtung.Man könnte meinen, ich sei ein besonders reinlicher Junge gewesen, doch das täuschte, denn in ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch erlebte ich diese Wanne nie. Vielmehr ersetzte sie mir ein Bett und diente oft als Aufenthaltsort, sogar während des Tages. … Als ich das Heft wegsteckte, kehrte Mom zurück und drückte mir eine Tüte in die Hand.»Das sind deine neuen Schulklamotten. Wenn du die versaust, nehm ich den Gürtel.«Ich schaute sprachlos zu meiner Mutter. Erinnerte mich nicht, dass sie jemals Kleidung gekauft hatte. Für mich. Normalerweise erhielt ich irgendwelche Sachen, die sie wo auch immer auftrieb und die mir meistens mehr schlecht als recht passten. Von Gefallen sprach ich nicht.Ich spazierte mit dem Beutel in der Hand zum Bett, das unter dem Fenster stand. Mit sieben schlief ich in einem Kinderbett, bei dem die vorderen Streben herausgenommen waren. Dort entleerte ich die Tüte. Zum Vorschein kamen zwei blaue Jeanshosen und ein Pack mit fünf T-Shirts, zwei weiße und drei schwarze.Ich hielt die Teile hoch und sah augenblicklich, dass etwas nicht stimmte. »Mom, kann es sein, dass du dich vertan hast und die Sachen zu groß sind?«»Was meinst du, wie oft ich dir neue Klamotten kaufen kann?«, fuhr sie mich grob an. »Du wächst da schon rein.«Um herauszufinden, ob es was zu retten gab, zog ich eines der T-Shirts an. Es reichte bis zu den Knien und die kurzen Ärmel hingen über den Ellbogen.»Was willst du? Wenn du es in die Hose steckst, passt das.«Ich seufzte, hörte in Gedanken bereits die Sticheleien der anderen Kinder. Wünschte mir in diesem Moment eine ganz normale Mutter. Eine, die zu Hause Essen kochte und zum Geburtstag einen Kuchen backte.Bevor ich eine der Jeans probierte, krempelte ich vorsorglich die Beine ein paarmal um. Dann zog ich sie über, schloss Reißverschluss und Knopf. Als ich sie losließ, fiel sie direkt zu Boden.Was wäre ich ohne Mom gewesen, die sofort Abhilfe wusste? Sie schnitt einfach ein Stück von dem Seil ab, dass sie ab und an quer durch den Raum als Wäscheleine spannte und reichte es mir. »Nun hast du sogar einen Gürtel.« … Die Jahre vergingen. In mehr oder minder größeren Abständen tauchte jemand von der Schule bei Mutter auf und ihr jeweiliger Typ knöpfte sich im Anschluss meine Person vor. Er verabreichte mir eine Lektion, die bei häufiger Anwendung zu schmerzlich wäre und mich daher zwang, für eine gewisse Zeit wieder in der Highschool aufzutauchen.Ich beehrte die Klasse mit Anwesenheit und hielt damit meine Pflicht für erfüllt. Die Hausaufgaben interessierten längst niemanden mehr. Mutter und der Kerl, den sie gerade durchfütterte, hatten genug mit sich zu tun.Wir steckten wohl beide in einem ewigen Kreislauf fest, den keiner von uns zu durchbrechen schaffte.Mr. Underhill, unser Betreuer vom Jugendamt, zeigte sich inzwischen nur noch alle ein oder zwei Monate. Bei einem dieser Besuche empfing ich ihn mit einem blauen Auge. Melvin Auch Wochen nach dessen Einzug tat sich Melvin schwer mit Jasons Anwesenheit. Alles in ihm sträubte sich dagegen, den Jungen zu akzeptieren. Für ihn blieb er ein Fremder. In all den Jahren dachte er kein einziges Mal an diesen möglichen Spross, genauso wie er Kathy Hodges vergessen hatte.Jetzt hielt er den Umschlag in den Händen, der das Ergebnis des Vaterschaftstests enthielt und zog sich damit in sein Musikzimmer zurück. Dieser Raum gehörte ihm. Hier störte ihn niemand. Er bezeichnete das Zimmer nicht als Studio, obwohl eine entsprechende Ausrüstung bereitstand. Diese reichte nach Melvins Ansprüchen allerdings nur für den Hausgebrauch.An diesem Tag verschwendete er keinen Gedanken an Musik oder gar neue Songs. In den Händen lag die Antwort, ob es sich bei dem aufsässigen Teenager, der ihn nicht mal mochte und trotzdem seit Wochen sein Haus belagerte, um seinen Sohn handelte.Melvin glaubte es nicht. Hatte auch bei näherem Hinschauen keine Ähnlichkeiten entdeckt. Daher spekulierte er darauf, dass dieser Test ihn darin bestätigen würde, dass er nichts mit dem Jungen gemein hatte. Dann kann ich ihn rausschmeißen und wir gehen zur Tagesordnung über. Tom Ich sah Jackie nicht zum ersten Mal unbekleidet. Abgesehen davon, dass keine Kotze in ihren Haaren hing, unterschied sich die Szenerie auch sonst komplett von damals. Bereits als sie mir ihren Arsch entgegenstreckte, fühlte ich Schweiß aus jeder Pore strömen.Sie sah wunderschön aus, als sie auf das Bett krabbelte und mich neugierig anblickte. Dass es ihr nicht gelang, ihre Sehnsucht zu verstecken, amüsierte mich

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Sehnsucht nach Anerkennung

Auf ein Wort Hier warten ein Statement von Jason, dem Protagonisten aus „Sehnsucht nach Anerkennung“ und diverse Textschnipsel auf dich. Taschenbuch E-Book Kindle-Unlimited Abonnenten lesen  kostenlos Softcover Hardcover Softcover Hardcover Buchhandel SoftcoverISBN 978-3-384-47019-5 HardcoverISBN 978-3-384-47020-1 Tredition-Ausgabe

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Tom: Auf ein Wort

Diese Öffentlichkeit überfordert mich. Bin es gewohnt, ein zurückgezogenes Leben zu führen und im Hintergrund zu agieren. Aber da ich tatsächlich einen eigenen Band bekommen habe „Sehnsucht nach Freiheit“, gehört das wohl dazu. Mein Name ist Tom Brown und ich muss mich langsam daran gewöhnen, dass mein Leben im Schatten eines anderen jetzt vorbei ist. Es begann damit, dass ich mein Gewissen entdeckt habe. Nicht nur dass, ich habe ihm auch zugehört und eine wirklich gefährliche Entscheidung getroffen. Nein, ich bereue sie nicht. Habe Vorkehrungen getroffen, die mich in Sicherheit wiegen. Gleichzeitig ahne ich, dass die Vergangenheit irgendwann an meine Tür klopft. Trotzdem gebe ich diesem Leben eine Chance, will es mit all seinen Facetten. Obwohl gerade das mich oft an meine Grenzen bringt. Es ist nicht so einfach, plötzlich Gefühle zuzulassen, wenn man sein gesamtes Leben einen Panzer um das Herz getragen hat. Ich werde sicher nie wie ein normaler Mensch sein, aber auch nicht auf ewig allein sein. Buddy hat sich – wie auch immer – in mein Herz gemogelt. Wenn ihr wissen möchtet, wie ich mich in meinem neuen Leben anstelle und welche Tragödien sich noch im Universum von „Sehnsucht nach …“ abspielen, dann lest doch einfach mein Buch. Schipselzeit! Ich habe mich entschieden, hier einige Schnipsel aus der Anfangszeit in Australien mit euch zu teilen: Cairns empfing mich mit strahlend blauem Himmel und sommerlicher Hitze. Ich trug eine dunkel getönte Sonnenbrille und einen hellen Leinenanzug, der mittlerweile reichlich derangiert aussah wie all meine Sachen. Mit mir führte ich einen Koffer mit den Klamotten, die ich zu Beginn der Reise in Toronto gekauft hatte, ergänzt um ein paar Kleidungsstücke, die unterwegs dazukamen. In der Hand eine Reisetasche mit knapp 50.000 australischen Dollar aus einem Schließfach in Adelaide. Gut versteckt unter dem Innenboden der Tasche lagerten diverse Pässe unterschiedlicher Nationen und eine Glock. Alte Gewohnheiten ließen sich schwer abstreifen. … Obwohl ich mich lange dagegen sträubte, erreichte ich irgendwann den Punkt, an dem ich entschied, einen Computer mit Internetanschluss anzuschaffen. In diesem Zusammenhang blieb mir nichts anderes übrig, als auch die Telefonleitung freischalten zu lassen. Die Vorstellung, dass mein Name in irgendwelchen Verzeichnissen auftauchte, behagte mir nicht. Thomas Brown war zwar ein Allerweltsname, aber ich wusste, dass Garcia ausdauernd wie ein Terrier so lange graben würde, bis er mich fand. Der Verkäufer, bei dem ich mich schon mal beraten ließ, sah bei all dem kein Problem, schließlich sei ein Telefonbucheintrag nicht verpflichtend. Am Ende blieb zu hoffen, dass sich die Telefongesellschaft an meinen Wunsch hielt. … Am Abend lag ich lange wach, schaute nach draußen, wo die Bäume und Farne vor dem Schlafzimmer im leichten Wind wogten. Ich liebte dieses saftige, dunkle Grün. Alles schien friedlich. Dass es möglicherweise nicht so blieb, raubte mir den Schlaf. Ich hatte Bedenken, dass sich dieser Commissioner mit seinem Herumschnüffeln zu einem Problem entwickelte und mir fehlte es an der zündenden Idee, den übereifrigen Kerl loszuwerden.Sharp zu sagen, dass ich aus San Antonio kam, stellte keine Option dar. Würde er das überprüfen, könnte ich gleich eine rote Flagge ans Haus hängen. Blöderweise haperte es an einem Plan B. Lügen brachten nichts. Eine Nachfrage und er würde erst recht misstrauisch. Mein Blick fiel auf die Glock, die ich beim Zubettgehen auf den Nachttisch legte. Nein, ich kann ihn nicht erschießen. Ich könnte. Aber dann würde alles von vorn beginnen. Melvin Melvin fühlte sich benommen. Sein Arm schmerzte höllisch, hinzu gesellte sich Übelkeit, gegen die er immer wieder schluckte, damit er sich nicht übergeben musste. »Ich glaube, ich brauche einen Arzt.«Doyle sah kurz zu ihm, schien sich an seinem Leid jedoch nicht zu stören.»Warum haben Sie das getan?« Ist der Kerl verrückt? Hat er gar irgendetwas mit den Waffen zu tun? Oder…? »Warum haben Sie auf mich geschossen?« Er wartete vergeblich auf eine Antwort. … Als Melvin am nächsten Morgen erwachte, fühlte er sich keinen Deut besser.»Was haben Sie mit mir vor?«»Schaffen Sie es ins Bad?« Doyle musterte ihn.In dem Moment, wo er das fragte, spürte Melvin seine Blase. Er nickte und setzte sich mühsam auf. Die paar Schritte zum Bad kosteten ihn mehr Mühe als am Abend zuvor. Er schaffte es kaum, sich aufrecht zu halten.»Waschen Sie ihr Gesicht und sehen Sie zu, dass sie einigermaßen manierlich aussehen«, rief Doyle ihm hinterher. Eduardo Dass der Staat Texas Eduardo des Mordes an Paul und Jacob Miller angeklagt hatte, überraschte ihn nicht. Da seine Konten bereits am Tag der Verhaftung eingefroren wurden, musste er sich mit Cooper Daniels, einem Pflichtverteidiger, begnügen. Sein Anwalt erklärte ihm, dass in seinem Fall zwei erschwerende Faktoren eine entscheidende Rolle spielten. Erstens die Tötung von mehr als einer Person, zweitens, dass er die Morde in Auftrag gegeben und dafür bezahlt hatte. Das erlaubte es, in Texas die Todesstrafe zu verhängen. »Was werden Sie dagegen unternehmen, dass ich auf der Liege lande?«, fragte Eduardo und es kostete ihn sämtliche Kraft, ruhig zu bleiben. Dieser Kerl, der vor ihm saß, schaffte es kaum, ihm in die Augen zu blicken. Wie sollte er da vor Gericht bestehen?»Äh …«Eduardo beobachtete, wie sich Schweißperlen auf der Stirn von Cooper Daniels bildeten, und ahnte Schlimmes. »Wie viele derartige Prozesse haben Sie schon gewonnen?«»Äh … Todesstrafprozesse?«Eduardo nickte genervt.»Das ist mein erster.«»Mord?«Daniels schüttelte sein Haupt.»Pendejo!«, murmelte Eduardo und legte kurz den Kopf in den Nacken. Tom, ich bring dich um! Eric Drei Konzerte lagen vor Eric. Seit seiner Ankunft gestern hatte er das Hotel nicht verlassen. Essen hatte er sich aufs Zimmer bringen lassen. Die Vorhänge zugezogen lag er die ganze Zeit auf dem Bett und döste vor sich hin, bis der Wagen kam, der ihn zur Konzerthalle brachte.Dort saß er nun fertig umgezogen für den ersten Auftritt in seiner Garderobe und hatte nicht die geringste Ahnung, wie er die kommenden Stunden durchstehen sollte.Seine Finger massierten die Schläfen, aber das änderte gar nichts an dem stechenden Schmerz im Innern seines Schädels. Er warf zwei Tabletten ein und sah zur Uhr an der Wand. Exakt vierzehn Minuten blieben bis zum Auftritt.Seine Hand langte nach dem Wasserglas. Das kühle Nass tat

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Sehnsucht nach Freiheit

Auf ein Wort Hier warten ein Statement von Tom, dem Protagonisten aus Band 3 „Sehnsucht nach Freiheit“ und diverse Textschnipsel auf dich. Taschenbuch E-Book Kindle-Unlimited Abonnenten lesen  kostenlos Softcover Hardcover Softcover Hardcover Buchhandel SoftcoverISBN 978-3-384-30223-6 HardcoverISBN 978-3-384-30224-3 Tredition-Ausgabe

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Jackie: Auf ein Wort

Hallo ihr Lieben ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ist mal wieder klar, dass Vin das hier unbedingt wollte. Mein Name ist Jackie und ich bin die Protagonistin des zweiten Bandes „Sehnsucht nach Liebe“. Vin ist mein Bruder. Er hat sich  aus dem Staub gemacht und mich mit allem allein gelassen. Mal wieder. Und ich kann jetzt sehen wie ich klarkomme. Muss nicht nur mein Leben auf die Reihe bekommen, sondern auch noch hinter Vin aufräumen. Dabei will ich eigentlich nur eines, also einen. Den Einen, der mich liebt. Aber das mit der Liebe ist auch so eine Sache, mit der überhaupt nicht klappen will. Und als wäre dieses Durcheinander in meinem Leben und in meinem Herzen nicht genug, taucht der dieser Privatdetektiv auf und behauptet, Melvin hätte sich nicht erschossen. Sei stattdessen untergetaucht, um irgendwelche Schulden nicht zu begleichen. Wenn ihr mich dabei begleiten wollt, wie sich mich durch dieses ganze Chaos laviere, nur zu. Lest mein Buch! Ich verspreche euch so Spannund und Herzschmerz. Schipselzeit! Im Folgenden möchte ich mit euch ein paar Schnipsel aus der Zeit teilen, in der ich gerade nach New York gekommen bin: Abgesehen von der frühen Kindheit, in der ich als Vins Schatten durchgegangen wäre, spielten Emotionen eine unbedeutende Rolle zwischen uns. Zugegebenermaßen verstand ich Melvin oft nicht. Seine emotionslose, unnahbare Art verwirrte mich manches Mal. Es hatte Zeiten gegeben, in denen ich meinen Bruder nicht einmal mochte. … In der Eingangshalle blieb ich wie gebannt stehen. Starrte mit Entsetzen auf die Statue, die sich mir mitten in den Weg stellte, als wolle sie mich keinesfalls weiter vordringen lassen. Ein kalter Schauer rann mir über den Rücken. Dieses bestimmt drei Meter hohe Ungetüm ähnelte meinem Bruder wie ein überdimensionaler Zwilling.Ich stierte in das Gesicht des Steinmannes. Es war Melvins und wiederum war es das nicht. Um er zu sein, wirkten die Gesichtszüge zu makellos. Die Mimik dominiert von einer herausfordernden Arroganz, ein Blick, der mir überallhin folgte. Dieses Ding beherrschte die Eingangshalle mit seinen starren Augen, deren eiskalte Ausstrahlung mich fesselte und nicht wieder freigab.»Er hat Melvin de Flame geliebt«, sagte die Haushälterin.»Wollen Sie damit sagen, er hat sich selbst mehr geliebt, als alles andere und deswegen dieses Monstrum aufgestellt?«Sie schüttelte bedächtig den Kopf. »Nein, er war nie wirklich de Flame.«»Das begreife ich nicht.«»Ich glaube, den Melvin de Flame in sich hat er gehasst, aber den da …« Sie wies auf die Statue. »Den fand er grandios.«»Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen.« … Gleich links lag die Kanzlei von Malcom Finney, Anwalt für Steuerfragen und rechts Tilmans Agentur. Ich suchte vergebens nach einer Klingel und klopfte an die Tür. Als sich daraufhin nichts regte, öffnete ich sie zaghaft und trat hinein.Das Büro wirkte spartanisch und roch irgendwie muffig. Die karge Einrichtung erschien weder geschmackvoll noch zweckmäßig. An der Wand hingen Fotos von verschiedenen Musikern. Ich betrachtete sie kurz, erkannte nicht einen von ihnen. Zuletzt erreichte mein Blick Mr. Tilman.Er saß hinter dem Schreibtisch, auf dem sich Papierberge stapelten. Sein dunkles Haar reichte bis über die Ohren und fiel in so gleichmäßige Löckchen, dass ich sofort bemerkte, dass sie ihren Ursprung in einem Frisiersalon hatten. Er hatte sich bestimmt schon vier Tage nicht rasiert und auf seiner Nase saß eine Brille mit schmalem, schwarzem Rahmen. Ich war sicher, er trug sie nur, um wichtiger auszusehen. Sein Mund lächelte verschmitzt, als er kurz aufsah, während seine Augen listig dreinblickten, beinahe ein wenig verschlagen.»Ich habe keine Zeit.« Sofort wandte er sich wieder seinen Papieren zu.»Ich bin Jackie Caine. Mr. Brolin hat einen Termin vereinbart.« Während ich darauf wartete, dass er mich abermals eines Blickes würdigte, hängten sich meine Augen an sein ferkelrosa Jackett. Dieses vereinte sich zu einem grausigen Bild mit dem kanariengelben T-Shirt.»Der Big Boss hat. Referenzen?« Tilman klang gelangweilt.Ich schüttelte mit dem Kopf.»Welche Musiker haben Sie bislang gemanagt?« Während er mit mir sprach, sortierte er Papiere, die ich als Rechnungen identifizierte.»Ich hatte bisher nicht viel mit Musikern zu tun.« Mit Absicht verzichtete ich darauf, mein Verwandtschaftsverhältnis zu Melvin de Flame zu erwähnen. Es wäre auch übertrieben zu behaupten, ich hätte viel mit ihm zu schaffen gehabt, geschweige denn mit seiner Karriere.»Wen oder was haben Sie gemanagt?« Er stand auf. Seine laubfroschgrüne Hose verursachte Schmerzen in dem Teil von mir, den ich für guten Geschmack hielt. Tilman öffnete einen Schrank, holte einen Ordner heraus und heftete in aller Seelenruhe die zuvor sortierten Rechnungen ab.»Niemanden, aber ich kann es lernen. Und ich habe Journalismus und Kommunikation studiert.« Seine Nichtbeachtung beleidigte mich.»Abschluss?«»Drei Semester.« Dabei verschwieg ich, dass das dritte kaum angefangen hatte.   Michel »Komm wieder hinein«, sagte Michel zärtlich.»So?« Sicher rann mein Make-up in bunten Bächen über das Gesicht, als hätte ich vor dem Duschen vergessen, mich abzuschminken. Darüber hinaus plagte mich die Furcht, erneut die Beherrschung zu verlieren.»Drinnen ist es dunkel, niemand merkt was.«»Lass uns nach Hause fahren«, bettelte ich. Der Abend hatte etwas von einem wahr gewordenen Alptraum und ich fand, es sei an der Zeit zu erwachen.»Das ist nicht das, was du möchtest, Chéri.«Die Art, wie Michel das sagte, irritierte mich.»Schon morgen bereust du, wenn du diese Chance nicht ergreifst. Weglaufen ist keine Option. Soll es für uns zwei eine Zukunft geben, müssen wir zurück in dieses Konzert.« Er ergriff meine Hand und mir blieb nichts anderes, als ihm zu folgen. Eric Eric zog die Augenbrauen zusammen, als Jackie ohne ein Wort oder eine Geste aus dem Bett stieg. »Was ist mit dir?« Ich kann mich doch nicht so geirrt, ihre Blicke so fehlgedeutet haben. Habe ich in unsere Treffen etwas hineininterpretiert, weil ich mich nach mehr sehnte?Hat sie deshalb zu Anfang ›nein‹ gesagt? Hätte ich das ernster nehmen müssen? Sie einfach nach Hause bringen?Aber wieso hat sie behauptet …»Ich sollte gehen.«»Warum?« Erklär es mir wenigstens. Der Tag war schön, wir hatten Spaß zusammen. Zumindest bis wir ins Hotel kamen.»Es wäre nicht gut, wenn mich das Zimmermädchen bei dir antrifft.«Eric sah Jackie verständnislos beim Anziehen zu. Was kümmert sie das Hotelpersonal?»Denk an Linda.« Robert Robert kam gerade aus

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Sehnsucht nach Liebe

Auf ein Wort Hier warten ein Statement von Jackie, der Protagonistin von „Sehnsucht nach Liebe“ und diverse Textschnipsel auf dich. Taschenbuch E-Book Kindle-Unlimited Abonnenten lesen  kostenlos Softcover Hardcover Softcover Hardcover Buchhandel SoftcoverISBN 978-3-384-31665-3 HardcoverISBN 978-3-384-31666-0 Tredition-Ausgabe

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Melvin: Auf ein Wort

Hey, wie schön, dass ihr meine Seite gefunden habt. Meine Autorin war sich nicht sicher, ob ich diese Seite überhaupt bekommen soll. Aber wenn eines zu meinen Eigenschaften gehört, dann ist es Hartnäckigkeit. Ok, manche nennen es Sturheit. Übrigens, ich bin Melvin und der Hauptprota aus „Sehnsucht nach Ruhm“.  Eines steht dabei fest, ohne mich würde es diese ganze Reihe „Sehnsucht nach …“ nicht geben. Mit mir und meiner Sehnsucht nach Ruhm fing alles an. Ihr habe das Buch doch schon gelesen. Gut! Du nicht? Echt jetzt? Dann erzähle ich mal ein wenig von mir, um dich neugierig zu machen: Schon als kleiner Knirps hatte ich nur die Musik im Kopf. Nicht nur das, auf einer Bühne wollte ich stehen. Zuerst war das unser Wohnzimmer. Regelmäßig versammelten sich dort meine Eltern und ich gab alles. Später als Jugendlicher gründete ich eine Garagenband. Wir traten tatsächlich in der heimischen Garage auf. Aber auch das reichte mir irgendwann nicht mehr und so ging ich mit 18 nach New York, um berühmt zu werden. Damals war ich noch naiv und glaubte, dass es genügt, gute Musik zu machen. Die Metropole belehrte mich schnell eines besseren. Aber ich will hier mal nicht zu viel spoilern. Lies einfach mein Buch! Schipselzeit! Es folgen ein paar Abschnitte, die von der Anfangzeit in New York handeln. Zu einer Zeit, in der ich mich als Kneipenmusiker durchschlug und die Idee von einer eigenen Music Hall aufkam: Am 15. Oktober 1977 erreichte Debby Boone mit ›You light up my life‹ Platz 1 der Charts. Sie blieb dort für zehn aufeinander folgende Wochen, bis die Bee Gees sie ablösten.Melvin spielte seine Musik auch da noch in Barry’s Midnight-Bar. Obwohl er wie besessen sparte, würde er aus eigener Kraft niemals genug für eine Konzerthalle zusammenbekommen. Mit einem Kredit glaubte er, es zu schaffen. … In den darauffolgenden Wochen und Monaten klapperte Melvin systematisch die verschiedensten Geldinstitute New Yorks ab. Besonders geringschätzig behandelten ihn große Bankhäuser. Die kleineren verpackten ihre Abfuhr immerhin nett. Am Ende seiner Bemühungen stand stets dasselbe Ergebnis: »Ohne Sicherheiten wird das nichts, Mr. Caine.«Melvins Leben glich einem Hamsterrad. Nachts trat er in Barry’s Midnight-Bar auf und die Tage verschlief er. Anfängliche Zuversicht löste Hoffnungslosigkeit ab. Es kostete ihn immer größere Mühe, sich aufzuraffen, um sein Konzept einer Bank vorzustellen. Keine weiteren Enttäuschungen! Um nicht zu verzweifeln, schrieb er Songs, bis der Abend nahte und sein tristes Dasein in eine neue Runde ging. … Eine schlaflose Nacht lag hinter Melvin. Bei grauem, regnerischem Wetter erschien sein Zimmer noch ärmlicher. Er war traurig und litt unter Einsamkeit, bedurfte dringend aufmunternder Worte. Also zog er sich an und stieg die Treppen hinab zum Hauswart, wo ein Telefon stand. Melvin gab ihm einen Quarter und der Hauswart ließ ihn telefonieren. Im Klaren, dass seine Mutter nicht helfen konnte, erhoffte er sich ein wenig Zuspruch.»Melvin, endlich meldest du dich.«»Mom, mir geht …«»Besucht hast du mich ewig nicht.«»Mom, ich versuche …«»Ich vermisse dich. Dein Vater …«»Bitte, Mom …«»Ich kann nicht mehr richtig schlafen, seit du weg bist.«»Es geht mir nicht gut.«»Hier hast du alles.«»Du weißt …«»Melvin, es wird Zeit, dass du nach Hause kommst. Ich könnte endlich wieder Ruhe finden. Und du würdest in geregelten Verhältnissen leben. Was hast du in New York verloren? Berühmt werden? Was für ein Blödsinn. Such dir einen vernünftigen Job. Ich brauche dich hier. Hörst du mich?«»Mom, kann ich mit Jackie sprechen?«»Warum kommst du nicht zurück? Ich …«Melvin legte auf und stand für einen Moment wie erstarrt vor dem Counter des Hauswarts. Dann hastete er hinaus auf die Straße. Er hielt erst inne, als er zu einer Kneipe kam. Ging hinein, setzte sich an den Tresen und ließ sich volllaufen, bis er alles vergaß. Da mir durchaus bewusst ist, dass zu meiner Geschichte auch all die anderen Protas gehören, sollen sie hier auch zu Wort kommen: Alan Alan schob den Vorhang etwas zur Seite und beobachtete Melvin auf der Bühne. Er erlebte mit, wie der Charme des Musikers das Publikum buchstäblich um den kleinen Finger wickelte. In diesem Augenblick wurde ihm endgültig klar, dass er auf das richtige Pferd gesetzt hatte. Überzeugt, dass Melvin de Flame eines Tages große Hallen füllen und ihn sanieren würde, fand er, wonach er sich lange gesehnt hatte: Etwas, wofür er brennen konnte. … »Ich freue mich, Sie wiederzusehen, Lǎoyé Alan.« Ihre zarte Stimme war kaum mehr als ein Wispern.»Mir ist es eine Ehre, Ms. Yen.«Ms. Yen führte sie zu zwei Diwanen, die sich einen Beistelltisch teilten, und überließ sie sich selbst. Alan grinste amüsiert zu Melvin hinüber und machte es sich auf seinem Liegesofa behaglich.»Wo sind wir hier?«»Mel, wir haben so hart gearbeitet. Ich dachte, da kann etwas Entspannung nicht schaden«, flüsterte Alan und reichte ihm die Speisekarte. »Was du heute auf der Bühne abgeliefert hast, war der Hammer! Einfach superb!« Jessica Sie hatte manchen Abend in dieser Kneipe verbracht, seit sie vor vier Monaten nach Brooklyn kam. Die Tage waren aufgrund ihres Jobs okay. Sobald die Dunkelheit hereinbrach, wurde es schlimmer. Als unerträglich empfand sie die Nächte.Für sich in ihrer winzigen Wohnung schienen die Wände näherzukommen. Hielt sie es nicht länger aus, lief sie hinaus auf die Straße und endete meistens in derselben Kneipe.Sie redete sich ein, dass es ihr auffallen würde, wenn dort etwas anders wäre als sonst. Die Gäste vermittelten ihr ein Gefühl von Normalität und sie hoffte, dass sie sich nicht in trügerischer Sicherheit wähnte.Auch an diesem Abend stand sie am Spielautomaten. Nicht um zu zocken, sondern um unauffällig die anderen Kneipenbesucher zu beobachten, die sich im Glas des Automaten spiegelten. Jackie Mutter starb im August 1986. Am Nachmittag tönte noch ihr Gezeter durch das Haus, am Abend legte sie sich schlafen und am Morgen danach wachte sie einfach nicht wieder auf.Ich fand sie, als ich nach ihr schaute, verwundert, dass sie nicht wie sonst zur Frühstückszeit hinunterkam. Obwohl ich erkannte, dass er nichts mehr für sie tun konnte, alarmierte ich sofort unseren Arzt.Dann wählte ich Vins Nummer. Er musste es als Erster erfahren, vor allem brauchte ich

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